Seitdem wir mit Packrafts auf dem Wasser unterwegs sind, hat uns immer auch das Produkt Packraft interessiert. Den Ingenieur bekommt man nicht so einfach über Bord geworfen… Über die Jahre haben wir Rucksackboote verschiedenster Hersteller getestet. Dabei sind sowohl Packrafts aus TPU und aus PVC aber auch aus einem TPU-PVC-Mix zum Einsatz gekommen.

Packrafts aus PVC

Packrafts aus PVC sind recht preiswert auf dem Packraftmarkt zu bekommen. In der Regel kommen die günstigen PVC-Packrafts dann mit Luftsack zum Aufblasen, Sitz und natürlich ohne Spritzschutz. Jegliche Sonderausstattung wie zum Beispiel zusätzliche Ösen für Gepäck oder zur Befestigung des Fahrrades auf dem Boot, Finnenhalter oder andere Anbauten treiben den Preis und die Lieferzeit nach oben. So kann aus einem scheinbaren Schnäppchen zwar ein individuelles aber eben doch recht teures Packraft werden. Das gilt natürlich auch für die leichteren Geschwister aus TPU.

Wir haben bei unseren Tests innerhalb der letzten Jahre keine großen Nachteile von PVC-Booten feststellen können. Die Boote sind natürlich schwerer als TPU-Boote, was aber bei einer normalen Nutzung kein Problem darstellt. Nutzer, die einen deutlich größeren Fokus auf die Landstrecke legen (Transport im Rucksack), sind allerdings mit TPU als Material für die aufblasbaren Boote besser bedient. Für UL-Packrafts sind Gewichte unter 2 kg mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich.

Die PVC-Haut fühlt sich sehr robust an, besonders Ultraleicht-Packrafts vermitteln nicht diesen unverwüstlichen Charakter. Tests mit einem PVC-Boot in Kombination mit einer SUP-Pumpe zum Aufblasen, ergaben schon fast die Haptik und das Sitzgefühl eines festen Kajaks. „Unfassbar robust und scheinbar unzerstörbar“ war unsere einhellige Meinung beim Test.

PVC-Packrafts in der kalten Jahreszeit

Allerdings muss gerade in der Übergangszeit (Frühjahr, Herbst) das störrische Verhalten des kalten Materials im Speziellen beim Einpacken beachtet werden. Das Material kann nicht so gut gerollt und geknickt werden. Das Packen ist also etwas herausfordernder als mit den TPU-Kollegen. Im Wasser ist kein wesentlicher Unterschied zum Fahrverhalten von TPU-Packrafts feststellbar (natürlich bedeutet geringeres Gewicht schnellere Beschleunigung und weniger Energieeinsatz beim Paddeln… aber das merkt von uns normalen Anwendern fast niemand).

Packrafts aus TPU

Beim Online-Verleih favorisieren wir TPU-Packrafts. Die leichten Tausendsassas sind mittlerweile 100fach durch Euch und uns getestet. Euer Feedback und unsere Erfahrung sprechen eine klare Sprache – die TPU-Boote sind Top. Bis dato sind keine Schläuche während der Paddeltour kaputt gegangen, nur der Boden wurde ab und an in Mitleidenschaft gezogen. Wir haben uns aus diesem Grund auch für robustere PVC-Böden in Kombination mit TPU-Schläuchen entschieden. So spielen beide Materialien ihre Stärken aus.

TPU, PVC, Material-Mix – Mieten und Testen diverser Materialvarianten

Ab 2021 geben wir euch die Möglichkeit noch mehr Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Materialien und auch Formen von Packrafts zu sammeln. So werden wir pure PVC-Boote, unseren TPU-PVC-Mix  aber auch komplette TPU-Packrafts anbieten. Das Ganze dann in unterschiedlichen Längen mit bzw. ohne Spritzschutz. Ihr könnt also Euer Packraft der Wahl mieten, selber testen und so eigene Erfahrungen sammeln. Viel Spaß dabei.

Übersicht der Materialeigenschaften von PVC und TPU

1.PVC (Polyvinylchlorid)

+ Widerstandsfähig, robust

+ Günstiger Preis

– niedrige Flexibilität bei Kälte

– teilweise geringe Beständigkeit gegen Lösungsmittel, Öle und Fette

– Ausdünsten von Weichmachern (Versprödung)

2.TPU (thermoplastisches Polyurethan)

+ Hohe Flexibilität bei niedrigen Temperaturen

+ hervorragende Abriebfestigkeit

+ Gute Beständigkeit gegen Fette und Öle

+ ohne Weichmacher

+ umweltfreundlicher als PVC (Entsorgung)

– teilweise keine Widerstandsfähigkeit gegen organische Lösungsmittel