Packrafts haben unbestreitbar Nachteile im Geradeauslauf gegenüber einem Kanu oder einem Kajak.

Mit einem Packraft wirst Du immer weniger Kilometer mit tendenziell mehr Kraftaufwand als mit einem Kanu erpaddeln. Für reines Wasserwandern oder Kilometer fressen ist das Packraft damit nicht erste Wahl.

Aber es gibt ein paar Tricks um die Vorteile des Packrafts voll auszuspielen und die Nachteile beim Geradeauslauf etwas auszuhebeln!

Warum sind Packrafts keine geborenen Geradeausläufer?

Ein Packraft hält wegen der Auflage auf dem Wasser und dem nicht vorhandenen Kiel schwer die Spur und der Bug pendelt immer ein wenig hin- und her. Dies liegt in der Form eines Packrafts begründet. Packrafts kommen aus dem Wildwassersport und sind deshalb als sehr wendige Boote für (schnell) fließende Gewässer konzipiert.

Dann muss ein Rucksackboot auch in einen Rucksack passen. Das setzt bei Gewicht und Packmaß Grenzen. Dafür muss widerstandsfähiges und trotzdem leichtes Material verwendet werden. Zuviel Material oder sogar steife Elemente, die das Aufrollen verhindern, sind nur im Weg.

Dass wir mit unserem Boot überall innerhalb von wenigen Minuten ins Wasser wollen, hat ebenfalls Einfluss auf die Konstruktion. Aufblasen mit einem Luftsack geht nur, da die Auftriebskörper keinen Überdruck benötigen. Stand Up Paddles nutzen das Drop Stitch Verfahren um Steifigkeit herzustellen. Um ein SUP aufzublasen brauchst Du aber eben auch eine Pumpe und das Gewicht steigt stark an durch die Verstärkungen. Also auch keine Option.

Trick 1: Finnen am Bootsboden

Ein beliebter Trick ist das Verwenden von Steckfinnen am Bootsboden. Am besten eignen sich Steckfinnen. Die Taschen oder Halterungen, die die Finnen halten, werden fest an den Bootsboden geklebt. Die Finnen selbst werden beim Aufbau des Packrafts montiert. Bitte daran denken, die Finnen vor dem vollständigen Aufblasen des Bootes zu stecken. Das erspart Dir Arbeit und Flucherei (ich spreche aus eigener Erfahrung). Wie viele Finnen sinnvoll sind und wo diese sitzen sollten, hängt teilweise davon ab, wie Du das Boot belädst. Wenn Du den Bug beschweren kannst (siehe auch Trick 3), dann macht es Sinne eine Finne am Bug und zwei Finnen am Heck anzubringen.

Trick 2: Versenkbare Finne

Eine fortgeschrittene Variante, die etwas Bastelei erfordert, ist eine versenkbare Heck- oder auch Bugfinne. Eine etwas längere Finne wird an einem Spiegel an Bug oder Heck angebracht und kann mittels eines Mechanismus per Seil ins Wasser gesenkt werden. Diese Konstruktion bringt wohl etwas besseren Geradeauslauf als die kleineren Finnen. Auch besteht bei niedrigem Wasser nicht die Gefahr, dass die Finne in Bodenkontakt kommt. Man schleppt aber definitiv mehr mit und die radikale Einfachheit des Bootes geht verloren. Interessant, aber nicht mein Fall.

Trick 3: Gewicht auf den Bug

Eine einfache und effektive Methode ist das Gewicht am Bug zu erhöhen. Du sitzt im Heck und dadurch taucht das Packraft hinten tiefer ein, und der Bug steht zum Teil aus dem Wasser. Das erhöht die Drehfreudigkeit über den „Hintern“ noch mehr. Wer mit Fahrrad oder Gepäck unterwegs ist, schnallt dieses auf den Bug. Zusätzlich kann man noch einen Wasserschlauch mitnehmen, und diesen gefüllt auf den Bug schnallen. Vor allem auf ruhigen Gewässern eine einfache und günstige Methode.

Viel Spaß beim Packraften!

Ach ja… das Packraft an ein Motorboot zu hängen, hilft auch spürbar beim Geradeauslauf!